Grundsätzlich gilt: Ein Kind sollte allein mit der Schule zurecht kommen. Allerdings fällt es vielen Eltern schwer, sich auf eine Begleit- und Kontrollfunktion zurückzuziehen, vor allem wenn sie das Gefühl haben, dass eine Lehrerin oder ein Lehrer ihr Kind ungerecht behandelt. Eltern haben die verständliche Tendenz, sich uneingeschränkt auf die Seite ihres Kindes zu stellen. Viele Kinder beklagen sich auch über ihre LehrerInnen, etwa in der Form: "Heute hat mich der Lehrer wieder nicht drangenommen" oder "Die Lehrerin mag mich einfach nicht!" Kommt ein Kind häufig mit solchem Frust aus der Schule zurück, so sollte man dem Kind helfen und gemeinsam versuchen, die Ursachen abzuklären. Besonders wenn ein Kind regelmäßig mit den Hausaufgaben kämpft, seine Hausaufgaben nur unter Druck macht, nachmittags gereizt ist und ein wachsendes Vermeidungsverhalten zeigt, ist ein Gespräch mit den betreffenden LehrerInnen unvermeidbar. Während ältere SchülerInnen in schwierigen Situationen mit LehrerInnen eher selten die Hilfe ihrer Eltern benötigen, kann es vor allem Grundschüler notwendig sein, die Unterstützung ihrer Eltern zu erhalten. Dann ist das Eltern-Lehrer-Gespräch unabdingbar.
Wenn Eltern nur bei Disziplinverstößen oder Lernproblemen ihrer Kinder Rückmeldungen aus den Schulen erhalten, ist das wohl genauso unbefriedigend, wie wenn Eltern sich nur bei Lehrern und der Schule melden, wenn sie Beschwerden oder Forderungen geltend machen wollen. Wichtig wäre eine Kultur des regelmäßigen und vertrauensvollen Kontaktes von Elternhaus und Schule, wofür sich sowohl Eltern und LehrerInnen öffnen müssen. Ein Wort zum Verhältnis Eltern - LehrerInnen
In einem Bildungskonzept der Zukunft sollte die praktische, die personale und die soziale Bildung einen höheren Stellenwert erhalten, wobei vor allem eine Neujustierung des Verhältnisses zwischen Elternhaus und öffentlichem Aufwachsen in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen notwendig scheint. Die Erwartungen an die Erziehung sind so extrem gestiegen, dass weder Eltern noch Schule darauf ausreichend darauf vorbereitet sind. Früher wurden alle Kinder mehr oder minder ähnlich erzogen, während heute die Orientierungslosigkeit unter den Erziehenden sehr groß ist. Auch Eltern sollten sich daher an den Schulen willkommen und ernst genommen fühlen. Manchen Eltern fehlt aber der Mut, sich in Schulangelegenheiten einzumischen, vielmehr wird Vieles geduldet, um eventuell einen dann aufkommenden Konflikt zu vermeiden. Mit Mut für ihre eigenen Schulkinder einzutreten, fällt manchen Erwachsenen auch deshalb besonders schwer, da in vielen von ihnen die Autoritätsängste aus der eigenen Schulzeit tief verwurzelt sind. Eltern müssen vor allem auch pädagogisches Unrecht sowie unterrichtliche Unzulänglichkeit benennen und in wichtigen Fällen die
Verantwortung für ihre Kinder übernehmen. Denn erst couragiertes Auftreten von Eltern ermöglicht manchen "schwierigen LehrerInnen", ihr Verhalten zu überdenken. Mit der Befürchtung "Wenn wir Lehrer kritisieren, muss es das Kind büßen" flüchten Eltern in eine Ohnmachtshaltung, für die letztlich doch die Kinder
büßen müssen.
Durch Gespräche mit dem Kind sollte man zunächst die konkreten Situationen herausfinden, die den Frust erzeugen. Stets sollte man das Kind ernstnehmen und herausfinden, wie oft sich das Kind zurückgesetzt fühlt und ob es nicht auch normal ist, dass das Kind in einer großen Klasse nicht immer drankommt oder manchmal übersehen wird.
Wenn man dann den Eindruck hat, dass das Kind sich zu Recht schlecht behandelt fühlt, halten sie die einzelnen Fälle in einer Art Tagebuch mit Datum, Unterrichtsstunde und genauen Umständen fest. Das Kind soll dann über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen jeden Tag erzählen, ob, was und wie etwas passiert ist.
Mit diesen gesammelten Informationen kann man dann gezielt das Gespräch mit dem Lehrer oder der Lehrerin suchen. Wichtig: Vorwürfe helfen nicht weiter. Am Besten redet man mit dem Lehrer über die subjektive Wahrnehmung des Kindes und beschreibt, wie es sich in diesen Situationen gefühlt hat. Stets sollte man Verständnis dafür signalisiseren, dass der Lehrer viele Kinder in der Klasse hat, auf die er nicht immer alle gleichzeitig eingehen kann.
Vielleicht erfährt man im Gespräch, wie das Kind sein Verhalten ändern könnte. Der Lehrer oder die Lehrerin sollte versprechen, jetzt genauer auf diese kritischen Umstände zu achten. Man sollte nach einer solchen Sprechstunde mit dem Kind über das mit dem Lehrer vereinbarte Ergebnis reden, damit das Vertrauen zwischen Kind und Lehrer wiederhergestellt wird. In keinem Fall sollte man auf den Lehrer oder die Lehrerin schimpfen!
Probleme bei Hausaufgaben
Eltern sollten zunächst über einen bestimmten Zeitraum darüber Aufzeichnungen führen, welche Aufgaben aufgegeben wurden. Im Newsletter vom 18.08.08 von www.elternwissen.com werden einige praktische Tipps gegegeben, wie man es geschickt anstellt, die heiklen Themen mit den LehrerInnen kooperativ und lösungsorientiert zu führen.
- Legen Sie schon bei der Terminvereinbarung fest, wie lange das Gespräch dauern wird. Lassen Sie sich nicht mit 10 Minuten abspeisen, sondern bestehen Sie auf mindestens 20 bis 30 Minuten. Unter Zeitdruck lassen sich Probleme schlecht lösen.
- Sagen Sie dem Lehrer bei der Terminvereinbarung bereits, um was es geht. So kann auch er sich vorbereiten und notwendige Unterlagen gleich mitbringen. Das spart Zeit.
- Formulieren Sie den Anlass des Gesprächs so klar und sachlich wie möglich: "Meine Tochter berichtet, dass sie im Unterricht trotz ausgiebigen Meldens so gut wie nie drangenommen wird. Da die mündliche Mitarbeit einen großen Teil der Note ausmacht, fühlt sie sich sehr ungerecht behandelt."
- Sammeln Sie Fakten, falls sich Ihr Kind vom Lehrer benachteiligt fühlt. Beispielsweise wäre es sinnvoll, wenn Ihr Kind über einen Zeitraum von zwei oder drei Wochen notiert, wie oft es sich im Unterricht gemeldet hat und wie häufig es vom Lehrer drangenommen wurde.
- Überlegen Sie sich eine klare Forderung an den Lehrer: Ich möchte, dass mein Kind künftig im Unterricht mehr beachtet wird. Wenn es sich meldet, sollte es mindestens zweimal pro Stunde aufgerufen werden.
- Falls der Lehrer sich auf diese Forderung einlässt, sollten Sie einen zweiten Termin in den nächsten ein bis zwei Monaten vereinbaren, um gemeinsam zu überprüfen, wie sich die Situation entwickelt hat.
- Nehmen Sie etwas zu schreiben mit, und machen Sie sich Notizen über die gegenseitige Vereinbarung.
Kowalczyk & Ottich (2005) liefern im Familienhandbuch eine beherzigenswerte
Checkliste für Gespräche mit LehrerInnen
die ich mit Anregungen von Singer (o.J.) ergänzt habe:
- Riskieren Sie neue Erfahrungen
Gehen Sie nicht mit dem Vorurteil in die Sprechstunde: "Ich hab' ja doch keine Chance", und bauen Sie sich nicht ein "Feindbild Lehrer" auf. Lassen Sie sich von dem Wunsch nach Verständigung leiten. Suchen Sie nicht nach Schuld, sondern versuchen Sie, die Perspektiven aller Beteiligten zu sehen: die des Kindes - deshalb kann es hilfreich sein, wenn das Kind im Gespräch dabei ist -, die der Lehrkraft und Ihre eigene. Sie können in der Familie ein Rollenspiel durchführen: Wie eröffnen Sie das Gespräch? Wie gehen Sie auf die Beschwerde der Lehrerin ein? Wie lassen Sie sich keinesfalls verleiten, in einen Machtkampf zu geraten?
- Bereiten Sie sich gut vor – auch im Gespräch mit Ihrem Kind
Scheuen Sie sich nicht, einen Zettel zu schreiben und die Notizen mitzunehmen, damit Sie in der Aufregung nichts vergessen. Machen Sie sich klar, was Sie der Lehrerin mitteilen möchten und stellen Sie ihr die Fragen, die Sie interessieren. Bei manchen Themen ist es nötig, sich sachkundig zu machen: durch die Schulordnung zum Beispiel oder mit pädagogischen Grundeinsichten. - Sprechen Sie mit Ihrem Kind aufmerksam durch, wie es selbst seine Situation im Unterricht einschätzt. Und überlegen Sie mit ihm, was Sie seiner Meinung nach in der Sprechstunde sagen, fragen, mitteilen sollen. Dadurch erfahren Sie viel über das Kind und sein Befinden in der Schule. Dabei kommen Sie mit ihm in einen engeren Kontakt. Bereden Sie nach dem Gespräch mit dem Lehrer, was Sie erörtert haben – und welche Folgerungen Sie aus dem Gespräch ziehen: was das Kind verändern kann, wie Sie ihm beistehen können und worauf der Lehrer achten möchte.
- Machen Sie Ihr eigenes Anliegen verständlich
Sprechen Sie nicht von dem, was die Lehrerin soll, sondern von dem, was Sie bewegt, was Sie als Mutter oder Vater belastet, freut und interessiert; teilen Sie mit, wie Sie zum Beispiel die Not Ihres Kindes erleben und was Schule für Ihre Familie bedeutet. Lassen Sie erkennen, dass Ihnen vor allem daran liegt, in Kontakt zu kommen. Vermeiden Sie, etwas "besser wissen" zu wollen, aber tun Sie Ihre eigene Meinung deutlich kund. Versuchen Sie nicht, den Lehrer zu belehren, sondern machen Sie ihm Ihr eigenes Denken klar. Wenn der Lehrer zum Beispiel Ihr Kind taktlos behandelt hat, dann erzählen Sie ihm vor allem, wie bedrückend die Beleidigung auf das Kind gewirkt hat. Womöglich erfolgte die Kränkung ohne Absicht. Mag sein, dass der Lehrer abstreitet, das Kind geängstigt oder überfordert oder bloßgestellt zu haben. Dann beharren Sie nicht auf Ihrer Darstellung, sondern vertrauen Sie darauf, dass Ihre Mitteilung nachwirkt. Manch herabsetzende Lehrerbemerkung geschieht im Affekt. Wenn Sie dem Lehrer deren Auswirkung auf das Kind und seinen Lernwillen mitteilen, kann er sich darüber Gedanken machen. Werfen Sie ihm hingegen pädagogische Taktlosigkeit vor – und mag der Vorwurf noch so berechtigt sein – ist es schwer, das Gespräch produktiv fortzusetzen. Orientieren Sie sich nicht daran, was Ihrer Meinung nach „falsch“ oder „richtig“ ist, sondern daran, wie etwas auf das Kind wirkt und wie Eltern und Lehrer pädagogisch helfen können.
- Nehmen Sie das Gespräch selbst in die Hand
Grübeln Sie nicht lange darüber nach, was die Lehrerin oder der Lehrer sagen oder fragen könnte und wie Sie darauf reagieren sollten, sondern gestalten Sie das Gespräch gemäß Ihrem eigenen Anliegen. Dazu ist es hilfreich, sich vorzubereiten. Sagen Sie Ihre Meinung und stellen Sie Ihre Fragen; hören Sie sich die Meinung des Lehrers und seine Fragen an. Verdeutlichen Sie Ihren Wunsch, einen guten Kontakt herzustellen.
- Auch Lehrerinnen und Lehrer brauchen ein freundliches Wort
Versuchen Sie - wenn möglich -, auch zur Sprache zu bringen, was Ihnen und Ihrem Kind gefällt, worüber Sie sich freuen, worüber Sie nachdenken. Zeigen Sie Interesse an der Arbeit und den Wünschen der Lehrerin - und daran, wie es Ihnen geht in ihrer Lehrer-Situation.
- Bedenken Sie nicht nur Ihre eigene Angst, sondern auch die von Lehrern
Wenn Sie Angst vor der Elternsprechstunde haben, dann warten Sie nicht, bis Sie Ihre Angst überwunden haben, sondern gehen Sie mit Ihrer Angst hin. Womöglich ist es sogar hilfreich, wenn Sie nicht versuchen, die Angst zu verbergen, sondern sie in das Gespräch einzubeziehen. Und denken Sie daran, dass auch Lehrer Ängste vor den Eltern, wie diese vor den Lehrern. Lassen Sie deshalb erkennen, dass Ihnen vor allem darin liegt, miteinander ins Gespräch zu kommen, Ihre Anliegen in nicht-aggressiver Form vorzubringen.
- Vermeiden Sie Überzeugungs-Machtkämpfe, dafür: wechselseitige Wahrnehmung
Versuchen Sie eine Einstellung zu wahren, die erfüllt ist von dem Wunsch nach Übereinkunft, nicht vom Rechthabenwollen. Bleiben Sie bei Ihrem Berührtsein von den Schulproblemen und den Fragen, die Sie mit der Lehrerin besprechen wollen. Versuchen Sie, nicht "Sieger" sein und den anderen zum "Verlierer" machen zu wollen; denn wo es Sieger und Verlierer gibt, ist die Verständigung missglückt. Einspruch sollte argumentativ und wo immer möglich mit Handlungsvorschlägen verknüpft sein, aber nicht persönlich angreifend.
- Betrachten Sie das Gespräch als Anfang eines Prozesses
Bemühen Sie sich um eine Lösung, mit der Sie selbst, die Lehrerin und das Kind zufrieden sein können. Falls nur spärliche Ergebnisse herauskommen: Vertrauen Sie darauf, dass in jedem Gesprächspartner die gedankliche Auseinandersetzung mit dem Thema weitergeht; denn es ist wechselseitige Aufmerksamkeit entstanden. Die Erwartung, es müsse sich sofort etwas ändern, setzt Sie unter Druck und führt vielleicht zur Enttäuschung. Das Gespräch kann ein hilfreicher erster Schritt sein auf dem Weg zur Veränderung.
Das "Problem"-Gespräch mit LehrerInnen
Auch kann es vor allem in der Grundschule Situationen geben, in denen die Eltern von einer Lehrerin oder einem Lehrer wegen Vorfällen oder Problemen in der Schule vorgeladen werden. In solch einem Fall sollten Eltern im Gespräch genau nachfragen:
- Was hat das Kind konkret getan?
- Wie oft hat das Kind das getan?
- Wie verhält sich das Kind bei anderen Lehrern?
- Was soll das Kind an seinem Verhalten ändern?
- Wie kann das gemeinsam mit dem Lehrer erreicht werden?
- Was kann man als Etern dazu tun?
- Was kann die Lehrerein/ der Lehrer dazu beitragen?
Wenn man als Eltern den Eindruck hat, dass bei der Lehrerin oder dem Lehrer wenig Kooperationsbereitschaft besteht und das Problem auch nach einem längeren Zeitraum mit den bisherigen Maßnahmen nicht gelöst werden kann, sollte man als Eltern pädagogische oder psychologische Fachkräfte einschalten, etwa den schulpsychologischen Dienst oder auch Erziehungsberatungsstellen.
In einem Elternbrief wurden zwei Gesprächsfallen illustriert, in die man beim Lehrergespräch nicht tappen sollte: Man sollte keine falschen letztliche unhaltbare Versprechen machen ("Die nächste Schularbeit wird wieder besser." - "Ab sofort wird mein Kind wieder alle Hausaufgaben schreiben." - "Mein Kind wird den Unterricht nicht mehr stören."). Solche Versprechungen setzen die Eltern bzw. deren Kind unter Druck, was die Gesamtsituation meist nur verschlechtert, denn niemand kann sein Verhalten nicht von einem Tag auf den andern ändern. Daher sollte man eher realisierbare Kurzziele vereinbaren, die im nächsten Gespräch überprüft werden können.
Die zweite Falle ist es, die Lehrerin oder den Lehrer zu überrumpeln ("Ich habe schon einen Termin in einem Nachhilfeinstitut ausgemacht." - "Wir habenbeschlossen, dass unser Kind einen Kurs für Lernmethoden besucht."). Damit schließt man die Lehrkraft von der Lösung des Problems aus und erschüttern die Vertrauensbasis. Wenn sich die Lehrkraft in ihrer Kompetenz übergangen fühlt, werden sich die Fronten meist noch verhärten. Daher sollte man die Lehrkraft zuerst nach ihren Vorstellungen fragen, wie das Problem gelöst werden kann.
Wussten Sie übrigens, dass manche LehrerInnen Vorurteile gegenüber bestimmten Vornamen von Kindern haben? Lesen Sie Vornamen und Vorurteile von Lehrern und Lehrerinnen- Eltern sollten daher schon bei der Wahl der Vornamen ihrer Sprösslinge Vorsicht walten lassen!
Der Elternsprecher - die Elternsprecherin
In einem Newsletter fand sich ein guter Tipp für ElternsprecherInnen, die oft die unangenehme Aufgabe haben, als "Go-between" zwischen Elternschaft und LehrerInnen zu fungieren: ElternsprecherInnen sollten daher den Elternabend gut vorbereiten und sich spätestens zu Beginn des Elternabends die wichtigsten Fragen auf Zetteln von den Eltern notieren lassen und einsammeln. Dann sollten sie die Fragen bündeln oder zu sinnvollen Gruppen zusammenzufassen, um ein wenig Ordnung in den Ablauf eines Elternabends zu bringen. Man sollte dem Lehrer oder der Lehrerin dann auch Gelegenheit geben, auf jede der Fragen ausführlich zu antworten. Erst wenn die Lehrerin oder der Lehrer zu allen Fragen Stellung genommen hat, sollte man die allgemeine Diskussionsrunde eröffnen.
Der Elternabend
Der zeitliche Rahmen eines Elternabends ist begrenzt, auch wenn jede Menge Themen auf der Tagesordnung stehen. Sortieren Sie daher die Punkte am Elternabend nach ihrer Wichtigkeit, sodass es nicht ganz so gravierend ist, wenn nicht alles besprochen werden kann. Mit einer Vorstellungsrunde, die immer dann stattfinden sollte, wenn neue Eltern oder Lehrer in die Klasse gekommen sind, kann man erfahren, wie die Eltern der Freunde des Kindes aussehen. Damit die anwesenden Eltern am Elternabend auch schnell wissen, wer zu welchem Schulkind gehört, haben sich Namensschilder bewährt, auf denen auch notiert ist, welches Kind zu wem gehört. Optimal ist es natürlich, am Elternabend ein Foto des jeweiligen Schulkindes neben dem eigenen Namensschild aufzustellen. Für Sie als Eltern ist es schön, am Elternabend an dem Arbeitsplatz Ihres eigenen Kindes zu sitzen. So können Sie sich besser in seinen Schulalltag hineinversetzen. Manchmal ist es auch sehr interessant, was sich so unter dem Pult Ihres Kindes verbirgt. Allerdings sollten Sie nicht in seinen Sachen herumstöbern, da dies zu seiner Privatsphäre gehört. Regen Sie am Elternabend unbedingt an, eine Adressliste aller Eltern zu erstellen und zu verteilen, damit Sie bei Bedarf schnell den Kontakt zu den anderen Eltern aufnehmen können, ohne den Umweg über die Klassenlehrer machen zu müssen. Um sich rechtlich abzusichern und dem Datenschutz zu genügen, sollten alle Eltern am Elternabend eine Einverständniserklärung unterschreiben, die sie dem Elternbeiratsvorsitzenden geben.
Ein Elternabend ist die einzige Veranstaltung in der Schule, bei der alle Eltern gemeinsam mit dem Klassenlehrer und eventuell auch den Fachlehrern als Lehrergespräche Informationen austauschen können. Bei Lehrergesprächen und am Elternabend kommen unterschiedliche Wünsche und Vorstellungen zusammen, und es ist nicht immer einfach, allen gerecht zu werden.
Anliegen der Eltern für den Elternabend sind u. a.
- am Elternabend Informationen über die Klassengemeinschaft zu erhalten
- am Elternabend den Lehrstoff des nächsten Halbjahres zu erfahren
- am Elternabend den oder die Lehrer kennen zu lernen
- am Elternabend offene Fragen zu klären, beispielsweise nach den Hausaufgaben oder den Bewertungskriterien von Klassenarbeiten und mündlicher Mitarbeit
- am Elternabend Informationen über den Stundenplan zu erhalten
- am Elternabend eventuelle Probleme anzusprechen
- am Elternabend Inhalte des Lehrplans zu erfahren
- am Elternabend Informationen über Termine, Elternsprechtage, Wandertage und Klassenfahrten zu erhalten
- am Elternabend Entschuldigungspraxis, Verhalten der Eltern bei Fehlzeiten des Kindes
Anliegen der Lehrer für den Elternabend sind u. a.
- am Elternabend die Eltern ihrer Schüler kennen zu lernen
- am Elternabend den Elternbeirat wählen zu lassen
- am Elternabend die Unterrichtsmethoden und -inhalte zu erklären
- am Elternabend eine Klassenfahrt zu organisieren
- am Elternabend die Klassenkasse zu füllen
- am Elternabend die Versetzungskriterien zu erklären
- am Elternabend Kollegen vorzustellen
- am Elternabend Projekte zu besprechen
- am Elternabend Termine für den Elternsprechtag zu vergeben
- am Elternabend benötigte Materialien und deren Beschaffung zu klären
- am Elternabend Sprechstundenzeiten mitzuteilen
Wenn so viele unterschiedliche Fragen und Vorsätze in zwei Stunden am Elternabend oder durch Lehrergespräche zufriedenstellend geklärt werden sollen, dann ist eine sorgfältige Planung des Elternabends im Vorfeld unverzichtbar. Dazu ist es sinnvoll, dass der Elternsprecher und die Klassenlehrer/in sich absprechen und eine gemeinsame Tagesordnung für den Elternabend erstellen.
Auch die Schüler werden am Elternabend gehört, denn obwohl Schülerinnen und Schüler am Elternabend in der Regel nicht anwesend sind, können sie sich doch informell daran beteiligen. Manche Klassenlehrer führen aus diesem Grund einige Tage vorher eine Umfrage oder eine Diskussionsrunde für den Elternabend durch, bei der die Kinder und Jugendlichen ihre Veränderungswünsche und Fragen sammeln können. Zu den Schülerthemen für den Elternabend können unter anderem gehören
- Verbesserung des Mobiliars
- Probleme mit einem Lehrer
- zu viele Hausaufgaben
- die Sitzordnung in der Klasse
- das Klassenklima
Quellen:
http://www.sailer-verlag.de/newsletterartikel/tipps-bei-problemen-mit-dem-lehrer.html (08-09-17)
http://www.wdr.de/radio/schulportal2007/ratgeber/archiv/hausaufgaben_tipps/ (08-01-11)
http://www.elternwissen.com/schule-und-eltern/elternabend/art/tipp/elternabend-richtig-nutzen.html (09-09-09)
Kowalczyk, Walter & Ottich, Klaus (2005). Versetzung gefährdet - was nun?
WWW:
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Schule/s_1150.html (08-09-11)
Singer,
Kurt (o.J.). Elternsprechtag – Wie beim Beichten? Anregungen für das Eltern-Lehrer-Gespräch.
http://www.prof-kurt-singer.de/eltern3.htm (08-09-11)
http://paedagogik-news.stangl.eu/426/vornamen-und-vorurteile-von-lehrern-und-lehrerinnen (09-09-09)