Soll man seinen Kindern bei Hausaufgaben helfen?

Fast jedes Kind durchlebt in seiner Schulzeit Phasen, in denen es weniger Lust auf Hausaufgaben hat. Hausaufgaben sind ein wesentlicher Bestandteil des schulischen Lernens, denn durch die aktive Wiederholung des in der Schule vermittelten Stoffes wird mit den Hausaufgaben das erarbeitete Wissen wiederholt und gefestigt. Eine halbe bis zu einer Stunde maximal sollten Grundschulkinder pro Tag darauf verwenden, im Unterricht gelernte Inhalte durch Hausaufgaben zu festigen oder sich auf ein neues Thema vorzubereiten. Das ist eine sinnvolle Regelung, wenn keine Probleme bei den Hausaufgaben auftreten, d.h., wenn die SchülerInnen damit nicht überfordert sind und ihre Hausaufgaben selbstständig erledigen können. Für manche Eltern sind Hausaufgaben am Nachmittag jedoch eine Quelle von Konflikten, da sie sich für den Schulerfolg der Kinder verantwortlich fühlen. Viele Eltern fühlen sich überfordert, wenn es um Hausaufgabenprobleme oder generell um Lernprobleme geht. Das liegt oft daran, dass es manchen Kindern schwer fällt, sich beim Lernen zu organisieren, langfristig zu planen und selbstständig zu arbeiten. Eltern sollte bewusst sein, dass dies ein langsamer Lernprozess ist, den sie unterstützen müssen. Nützlich wäre es vor allem, methodische Lerntipps für eine effektive Hausaufgabenbewältigung oder abstrakte Lernstoffinhalt den Kindern zu vermitteln, damit diese Spaß am Lernen entwicklen und allmählich Selbstvertrauen aufbauen. Die häufigsten Probleme im Zusammenhang mit Hausübungen sind dabei, wenn das Kind …

  • … nicht weiß, welche Hausaufgaben es machen muss.
  • … müde und erschöpft ist und keine Lust auf Hausaufgaben hat.
  • … unkonzentriert ist und seine Hausaufgaben immer wieder unterbricht.
  • … durch die Mahnungen der Eltern aus der Konzentration gerissen werden.
  • … die Hausaufgaben nicht versteht.
  • … Unterstützung bei den Hausaufgaben braucht, aber die Hilfe der Eltern nicht annehmen will, so dass es ständig zu Machtkämpfen kommt.
  • … die Hausaufgaben unterschlägt, um nicht um seine Freizeit zu kommen.
  • … Zeitdruck durch geplante Aktivitäten.

Das Thema Hausaufgaben gehört ins Lehrergespräch oder auf den Elternabend, denn dort sollte geklärt werden, wie viel Zeit die SchülerInnen maximal an den Hausaufgeben sitzen dürfen. Hausaufgaben dürfen übrigens nicht benotet werden, da sie ja nicht nachweisbar eine von SchülerInnen erbrachte Leistung darstellen, es sei denn, die Hausaufgaben werden in den Unterricht einbezogen und es entstehen daraus mündliche Leistungen, die in der Schule zu erbringen sind. Es sollten klare Regeln vereinbart werden, wie Eltern reagieren sollen, wenn ein Kind die Hausaufgaben nicht in der vereinbarten Zeit bewältigen kann:

  • Soll das Kind dann länger an den Hausaufgaben sitzen bleiben?
  • Soll es nach der festgelegten Zeit mit den Hausaufgaben aufhören dürfen?
  • Können nicht gemachte Hausaufgaben am Wochenende nachgeholt werden?
  • Gibt es eine Kontrolle darüber, ob die Kinder möglicherweise zu viele Hausaufgaben aufhaben?

Je konsequenter und regelmäßiger ein Kind seine Hausaufgaben erledigt, desto stärker werden sie ganz normaler Bestandteil des Alltags, sodass die Frage, ob Hausaufgaben gemacht werden müssen oder nicht, sich gar nicht mehr stellt. Eine tägliche Arbeitszeit für Hausaufgaben wird so selbstverständlich, wobei Abweichungen von dieser Regel natürlich möglich sind, jedoch die Ausnahme bleiben sollten.

Nach Aussagen von Frank M. Spinath (Saarbrücken) wird der Einfluss der Eltern auf die Schulleistungen von Kindern oft überschätzt. Eine zentrale Rolle bei den Leistungen von SchülerInnen spielen vor allem die Intelligenz und das Arbeitsgedächtnis eines Kindes, also die Fähigkeit, etwas gleichzeitig im Gedächtnis zu behalten und flexibel damit zu arbeiten. Außerdem hat es einen Einfluss, ob ein Kind seine Stärken erkennt und auf diese dann auch Wert legt und entsprechend einsetzt - also letztlich die Motivation. Hinzu kommen Umwelteinflüsse, etwa der Freundeskreis. Es gibt Eltern, die ihre Kinder in Schulangelegenheiten weitgehend in ihrer Autonomie unterstützten und Eltern, die ihre Kinder mit Druck und Belohnungen zu besseren Leistungen in der Schule animieren wollten, also durch erhöhte Kontrolle). Kontrolle ist in vielen Fällen kontraproduktiv und kann eher zu einer Überforderung führen.

Hilfe vs Einmischung

Grundsätzlich sind Hausarbeiten für die Entwicklung des Leistungsniveaus von SchülerInnen zwar unverzichtbar, aber es kommt dabei auf das richtige Maß und die Qualität an. Zu umfangreiche Hausaufgaben behindern nämlich eher die Lernfortschritte, als sie zu fördern, denn wenn ein Schüler lange über Aufgaben brüten muss, verliert er die Motivation und schließlich die Lust am Fach. Mittels verschiedener wissenschaftlicher Studien konnte festgestellt werden, dass sich Eltern teils förderlich und teils negativ bei der Erledigung von Hausaufgaben einbringen. Psychologen des Berliner Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung zeigten in einer Studie, dass ein Schüler der 7. Klasse am Ende des Schuljahres einen höheren Wissensstand erreicht, wenn er selbstständig für die Erledigung der Aufgaben sorgt. Je weniger Eltern über die Hausaufgabenmotivation und das Hausaufgabenverhalten ihrer Kinder wissen, desto eher kann davon ausgegangen werden, dass sich dies als nicht förderlich erweist. Alois Niggli (Pädagogische Hochschule Freiburg) wies in einer Untersuchung nach, dass Eltern, sich vor allem dann ungefragt beim Hausaufgabenmachen einmischen, wenn SchülerInnen schlechte Leistungen bringen. Allerdings führt die Einmischung von Eltern nicht zu besseren Leistungen, sondern zu schlechteren, weshalb sich Eltern dann noch stärker einmischen, sodass ein Teufelskreis entsteht, der zu emotional extrem belastenden Situationen führen kann, die für den Lernprozess kontraproduktiv und sinnlos sind. Unerwünschte Einmischung zerstört die Motivation und das Selbstvertrauen und folglich die Leistung. Auch die Kontrollfrage der Mutter und die gutgemeinten Tipps vom Vater werden von Kindern als Einmischung erlebt. Für die Unterscheidung zwischen Hilfe und Einmischung ist dabei nur das Empfinden des Kindes relevant. Eltern sollten also nur dann helfen, wenn Kinder und Jugendliche die Eltern um Hilfe bitten, denn diese Hilfe verbessert die Leistung. Siehe dazu die Checkliste, ob ein Kind elterliche Hilfe bei Hausaufgaben braucht.

Daher stellt sich die Frage: Soll man es überhaupt tun und wenn ja, wie soll man das tun?

Grundsätzlich gilt: Ein Kind sollte allein mit der Schule zurecht kommen. Allerdings fällt es vielen Eltern schwer, sich auf eine "Begleit-" und "Kontrollfunktion" zurückzuziehen. Das österreichische Schulunterrichtsgesetz besagt, dass Hausübungen so gewählt werden sollen, dass Schüler diese ohne fremde Hilfe durchführen können. Allerdings helfen in der Realität mehr als die Hälfte der Eltern ihren Kindern dabei, die jedoch häufig damit überfordert sind. Die Auswertung einer diesbezüglichen Studie in Österreich ergab, dass jeder fünfte Schüler im Durchschnitt zwei Stunden Nachhilfe pro Woche erhält und der Anteil an Nachhilfeschülern in Hauptschule und Gymnasium etwa gleich hoch ist. Der Zeitaufwand den die Nachhilfeschüler zu Hause für die Schule aufbringen ist ebenfalls um etwa eine Stunde höher als der Zeitaufwand eines Nichtnachhilfeschülers (vgl. Wagner, Spiel & Tranker 2003, S. 235 f)

Das Kind soll das, was es in der Schule gelernt hat, anhand von Aufgaben üben und vertiefen. Das ist der Sinn von Hausaufgaben. Außerdem erkennen Lehrer an den Hausaufgaben, ob alle Kinder den Stoff verstanden haben. Das kann aber nur funktionieren, wenn die Kinder die Aufgaben alleine gemacht haben. Eltern sollten die LehrerInnen ansprechen, falls die Kinder Probleme bei den Aufgaben haben. Grundschüler der vierten Klasse etwa sollten täglich eine Stunde Hausaufgaben machen, jüngere Kinder entsprechend weniger. Das legen in der Regel die offiziellen Richtlinien und Lehrpläne nahe. Kinder können aber auch nicht von heute auf morgen etwas alleine machen, wenn sie es zuvor nicht gelernt haben. Eltern sollten daher darauf achten, schon kleinen Kindern im Vorschulalter Verantwortung zu überlassen. 

Eigenverantwortung muss man am besten früh lernen – etwa beim Aufräumen des Kinderzimmers, das ein ideales Übungsfeld für die ersten Aufgaben nach dem Spiel sind. Hier können Kleinkinder lernen, ihre Dinge selbst aufzuräumen und in Ordnung zu halten. Das können sie zunächst nicht alleine, sodass Mutter und Vater am Anfang helfen müssen. Sie können ihren Kinder als Vorbild zeigen, wie man aufräumt und Ordnung hält. Wichtig sind kleine, überschaubare Aufgaben, denn ein Kind kann nicht das ganze Wohnzimmer aufräumen.

Kinder sollen im Endeffekt lernen, ihre Aufgaben alleine zu machen. Lehrer und Eltern müssen sie an diese Selbständigkeit heranführen. Schon die Erstklässler können lernen, ihre Schultasche alleine zu packen und in Ordnung zu halten. Keine Mutter muss die Tasche ihres Kindes tragen oder packen. Das Kind soll früh lernen, sich seine Zeit selbst einzuteilen, um später Strategien entwickeln zu lönnen, wann und wie es am besten lernen kann. Ein Kind braucht natürlich einige Zeit, um das zu verinnerlichen. Wenn Schulkinder sich mit der Menge der Aufgaben überlastet fühlen, hilft es, wenn Mutter oder Vater die Aufgaben dosieren. Siehe dazu den Lerntipp Schule managen"Management für die Schule".

Ein Problem vieler SchülerInnen bei umfangreicheren Aufgaben liegt oft im Hinausschieben und Zaudern - der Aufschieben Hinausschieben Aufschieberitis. Die Arbeit wird solange nach hinten geschoben, bis keine Zeit mehr bleibt, sie zufriedenstellend fertigzustellen. Dabei fühlt man sich unentwegt unwohl, nämlich vor der Arbeit, während der Arbeit und sogar danach. Für das Hinausschieben gibt es verschiedene Gründe

  • Ihr Kind weiß nicht, wie es eine Aufgabe bewältigen soll. Signalisieren Sie Ihrem Kind, dass Sie ihm jederzeit zur Seite stehen. Wenn Ihr Kind also nicht weiß, wie es eine Aufgabe lösen kann, Sie selbst es aber auch nicht wissen, dann suchen Sie mit Ihrem Kind nach Antworten, z. B. in Lexika oder im Internet. Günstig ist es auch, wenn Sie Ihrem Kind einen Bekannten von Ihnen vermitteln könnten, der in dieser Frage kompetent ist.
  • Ihr Kind hat noch nicht ausreichend Erfahrung im Erarbeiten komplexerer Themen. Hier ist es sinnvoll, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Schlagen Sie vor, dass Ihr Kind zunächst den schwierigen Teil der Aufgabe löst, dann hemmen die Anfangsschwierigkeiten nicht mehr und der Rest geht beinahe von allein.
  • Ihr Kind hat Angst, seine Aufgabe nicht gut zu erfüllen. Mit dieser Einstellung liegt es natürlich nahe, mit nichts zu beginnen! Ermuntern Sie Ihr Kind: Man muss es einfach versuchen!
  • Ihr Kind beschäftigt sich lieber mit etwas anderem. Helfen Sie Ihrem Kind Selbst-Disziplin zu üben. Machen Sie deutlich, dass an erster Stelle die Hausaufgaben stehen!
  • Ihr Kind will alles perfekt machen. Schon häufig ist aus einer Sache nichts geworden, weil sie zu perfekt werden sollte! Erklären Sie Ihrem Kind, dass es normal ist, wenn eine Arbeit in der Entstehungsphase wie eine Baustelle aussieht. Setzen Sie mit Ihrem Kind Korrekturfristen, sodass eine Arbeit beispielsweise nach der zweiten Korrektur als beendet zu betrachten ist. Denn eine "perfekte" Arbeit ist ansonsten niemals endgültig fertig!

Hausaufgaben sollen das in der Schule Gelernte vertiefen, den weiteren Unterricht vorbereiten und zu eigenverantwortlichem und selbstständigem Arbeiten anregen. Aber auch manche LehrerInnen scheinen Hausaufgaben nicht viel Interesse entgegenzubringen, denn oft werden sie am Schluss der Stunde noch schnell verteilt. Althergebrachten Regeln wie "zehn Minuten Hausaufgaben pro Tag und Schuljahr" sind nach neueren Erkenntnissen ungeeignet, denn während der beste Schüler fünf Minuten braucht, sitzt der langsamste dreißig Minuten daran. Viele Studien belegen, dass gerade jene Schülerinnen, die wenig motiviert sind, am längsten an den Hausaufgaben sitzen. Inge Schnyder (Pädagogische Hochschule Freiburg) moniert, dass Hausaufgaben ein zu wenig genutztes Potenzial darstellen, denn in einer 45-Minuten-Schulstunde muss sich ein/e SchülerIn dem Lerntempo der Klasse anpassen und kommt 2 Minuten dran, bei 20 Minuten Hausaufgaben ist er zehnmal länger aktiv beteiligt. Schnyder hat den Zusammenhang von Hausaufgaben und Lernerfolg untersucht und kommt zum Schluss, dass ein engagiertes, sorgfältiges Hausaufgaben-Verhalten durchgängig mit höheren Leistungen und einer besseren Leistungsentwicklung verbunden sind. Aber: Die bloße Zeit, die SchülerInnen für die Hausaufgaben aufwenden, spielte nicht nur keine Rolle, sondern sie ist sogar negativ mit dem Erfolg verbunden: Lange über den Hausaufgaben brüten bringt also nicht bessere, sondern eher schlechtere Leistungen, und zwar auch bei SchülerInnen mit gleicher Begabung. Wer lange lernt, lernt also noch lange nicht mehr, eher deutet besonders langes Hausaufgabenmachen auf mangelnde Motivation oder auf falsche Lernstrategien hin. Die beste Leistungsentwicklung zeigen dagegen jene SchülerInnen, die mit Sorgfalt an Hausaufgaben herangehen. Daher sollten Hausaufgaben weder unter- noch überforderen, sondern eine leistbare Herausforderung bieten. Wenn SchülerInnen Hausaufgaben als interessant und nützlich empfinden, erledigen sie diese sorgfältiger, und das wiederum führt zu mehr Leistung.

Neben der Leistung sollen Hausaufgaben aber vor allem auch das sogenannte selbstregulierte Lernen fördern, das selbständige Arbeiten. Daher besitzen sie auch einen erzieherischen Wert, da die SchülerInnen auf diese Weise lernen sollen, ihre Pflichten zuverlässig und pünktlich zu erfüllen und Prioritäten zu setzen. Manche SchülerInnen sind jedoch mit ihren Hausaufgaben zeitlich oder inhaltlich überfordert, sodass diese oft nachlässig oder gar nicht gemacht werden. Wichtig ist es aus Elternsicht, günstige Rahmenbedingungen für die Hausaufgaben zu schaffen. Dazu gehören eine entspannte und ruhige Atmosphäre, in der sich das Kind wohl fühlt und konzentriert arbeiten kann, ein geregelter Tagesablauf, in dem die Hausaufgaben ihren festen Platz haben. Nach der Schule sollte mindestens eine Stunde Zeit für Mittagessen und Erholung bleiben.

Was können Eltern tun?

Eine gestresste Mutter einer Tochter (13 Jahre) beschrieb in einem Blogbeitrag folgendes Szenario, das vielleicht typisch für das Verhältnis von Eltern zu pubertierenden Jugendlichen ist:

Gestern Nachmittag habe ich wieder einmal die Krise gekriegt. Töchterchen kam mit der Franze-Arbeit zurück. Sie hat doch so gut gelernt - behauptete sie, die Vokabeln konnte sie auch, mehr habe ich nicht abgefragt, weil sie so glaubwürdig war. Das Ergebnis eine dicke 5. Sogar mit Kommentar der Lehrerin, ich solle sie doch bitte einmal anrufen. Wozu ich natürlich überhaupt keine Lust habe, schließlich müsste ich mich dann noch mehr über die Lernfaulheit des Pubertiers aufregen. Das habe ich dann als Gegenkommentar drunter geschrieben.
An Lerntechnik mangelt es ja nicht, die Ergo hat Null gebracht, schließlich hilft die gegen Faulheit nicht. Und sie ist wirklich einfach nur zu faul zum lernen. Am Sonntag sollte sie schon mal anfangen für Mathe zu lernen. "Ich bin fertig, kann alles, ich habe mir alles durchgelesen!" Aaaaaaaaaaarggggh! Durchgelesen - für Mathe - ja nee, is klar!
Gibt es jemanden, der sich darauf spezialisiert hat, solchen Teenies einen Tritt in den Allerwertesten zu verpassen? Elterliche "Tritte" funktionieren nämlich nicht. Alles was Mamas sagen, ist eh doof und stimmt nicht, ich bin ja schon soooo alt und schon soooo lange aus der Schule raus. Daher muss man auch nicht auf Mamas hören!!! Das scheint in einem gewissen Teenager-Alter ein Gesetz zu sein.

Eltern sollten - nicht nur in diesem Alter - eher Anstöße geben und gemeinsam mit dem Kind überlegen, wie eine Aufgabe gelöst werden kann. Eltern sollten nie eine ganze Übungsaufgabe vollständig lösen, sondern nach einem Anstoß das Kind alleine weitermachen lassen, es immer wieder loben und ermuntern, es alleine zu versuchen.

Falls es trotzdem Probleme bei einer Aufgabe gibt,

  • lässt man sich die Aufgabenstellung vom Kind erklären;
  • das Kind soll selbst herausfinden bzw. erklären, wo es bei der Aufgabe Probleme hat.
  • Häufig hilft es schon, wenn man die Aufgabenstellung umformuliert oder ein Verweis auf Beispiele, die in der Schule gemacht wurden.
  • Das Kind anregen, im Schulheft oder Schulbuch nachzuschauen. Ein Kind wird dadurch angeregt, sich mit der Sache zu beschäftigen und lernt dadurch allmählich, die Probleme zu beherrschen.
  • Elternhilfe sollte nie zu häufig stattfinden, sondern höchsten Hilfe zur Selbsthilfe anbieten.
  • Siehe: Kann man Kindern das "Aufsatzschreiben" lehren?

Das einfache Prinzip lautet:
"Hilf mir es selbst zu tun und lobe mich ausgiebig dafür!"

Spenden Sie ein "sachzentriertes, informatives Lob", z.B.: "Du hast in deinem Bild die Blume sehr genau gezeichnet." Ungeeigneter sind Lob-Formen wie "Das hast du gut gemacht" oder "Ich freue mich über dein Bild".

Oder schaffen Sie eine

Anregende Lernumgebung

Hängen Sie in der Wohnung an einer häufig frequentierten Stelle ein „Vokabelposter“ auf, das Ihr Kind fremdsprachige Ausdrücke fast nebenbei erlernen lässt, wenn es ständig sichtbar ist! Diese preiswerte Lernhilfe ist sowohl in Englisch, Französisch und Spanischverfügbar: Auch für Eltern geeignet, die ihren Kindern bei Hausaufgaben helfen wollen: Hängen Sie sich das Plakat gut sichtbar neben Ihren Schreibtisch oder Ihre Bürotür. Jedes Mal, wenn Sie daran vorbeigehen, schauen Sie sich mindestens eine Vokabel an. Das kostet viel weniger Überwindung, als sich zum Lernen an den Schreibtisch zu setzten. Durch die häufige Wiederholung prägen Sie sich die Vokabeln fast von alleine ein.Der Hintergrund des Englisch-Posters ist mit Sehenswürdigkeiten aus London, das Französisch-Poster mit solchen aus Paris gestaltet. Vielleicht wetteifern Sie ja mit Ihren Kindern, wer schneller eine Kategorie beherrscht ...

Zum Vergrößern auf das unten stehende Bild klicken:

englischposterfranzoesischposter

Preise und Bestellung:
Lernen im Vorübergehen mit dem Vokabel-Poster

 


In einem Newsletter fanden sich einige weitere Tipps für Eltern:

  • Richten Sie feste Hausaufgabenzeiten und einen gemütlichen Arbeitsplatz ein, an dem alles vorhanden ist, was ihr Kind zum Lernen braucht.
  • Klären Sie bei einem Elternabend, wie viel Zeit Ihr Kind im Durchschnitt mit seinen Hausaufgaben verbringen sollte und verabreden Sie einen Zeitpunkt, zu dem das Kind, selbst bei ungelösten Aufgaben, aufhören soll.
  • Führen Sie Hausaufgaben-Rituale ein, etwa gemeinsames Teetrinken oder spazieren gehen nach einer halben Stunde – Ihr Kind wird sich auf die kleinen Erholungspausen freuen und die Rituale werden ihm Sicherheit geben.
  • Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Kind ausreichend bewegt, etwa Fenster regelmäßig öffnen und Dehnübungen machen.
  • Stellen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind eine "Was-ich-machen-muss-Liste" (siehe den Lerntipp "Management für die Schule") und achten Sie dabei darauf, dass die einfacheren Aufgaben am Anfang kommen.
  • Lassen Sie Ihr Kind ab und an LehrerIn spielen und mimen Sie selbst den Schüler. Wenn ein Kind etwas erklärt, was es an diesem Tag alles in der Schule gelernt hat, merkt es selbst, was es verstanden hat und was es noch einmal nachlesen muss.
  • Konsequent sein, denn die Einführung und das Erlernen neuer Regeln braucht immer Zeit.
  • Machen Sie niemals auch nur einen kleinen Teil einer Hausübung.
  • Seien Sie daher verfügbar, aber sitzen Sie nicht neben ihrem Kind. Bei Fragen sollte es zu Ihnen kommen, denn manchmal ist Fragen bequemer als nachzudenken, aufzustehen und zu Ihnen zu gehen.

Speziell zur Förderung der Konzentration bei Schularbeiten können Eltern

  • dafür sorgen, dass ihre Kinder eine ruhige, reizarme Lernumgebung haben, also Ablenkungsquellen wie Handy, iPod, TV und Spielkonsole aus dem Hausaufgabenzimmer entfernen und Ruhe auch vor Geschwisterkindern und Freunden sicherstellen.
  • feste regelmäßige Lernzeiten bestimmen, was unter Umständen auch bedeutet, den Alltag zu entrümpeln, denn viele Kinder haben jeden Nachmittag Programm.
  • für ausreichend freie Zeit sorgen, denn Kinder brauchen freie Zeit, in denen sie einfach nur faulenzen und sich mit sich selbst beschäftigen oder mit Freunden zum Spielen verabreden können.
  • darauf achten, dass sich das Kind viel an der frischen Luft bewegt, denn Sport ist ein guter Ausgleich für das Sitzen am Schreibtisch.
  • für ausreichend Schlaf vorsorgen
  • das Kind nicht mit überzogenen Leistungserwartungen dem damit verbundenen Stress aussetzen.
  • dem Kind Vertrauen schenken, wenn es über Mobbing berichtet und sich dann mit den Lehrern austauschen.

Vielleicht hilft auch ein Hausaufgabenvertrag, was sich zukünftig bei den Hausaufgaben ändern soll. Die einzelnen Punkte werden schriftlich festgehalten und der Vertrag von Eltern und Kind unterschrieben. Nach einer Woche setzt man sich zusammen und redet darüber, ob sich der Vertrag bewährt hat oder nicht. Haben sich beide Seiten an die Verabredungen gehalten, so gibt es eine dicke Belohnung.

Auch sollte man gemeinsam realistische Lernziele setzen, denn diese sind spezifisch, herausfordernd und zeitlich nahe liegend. So ist das unspezifische Ziel, sein Bestes zu geben, weit weniger wirkungsvoll als das konkrete Ziel, im nächsten Diktat null Fehler zu schaffen. Zeitlich überschaubare Räume umfassen in der Regel nicht mehr als einige wenige Tage. Lernziele, die sich über das gesamte Schuljahr oder einige Monate erstrecken, haben nahezu keinerlei Erfolgschancen.

Schulpsychologen raten, dass das Thema Hausaufgaben in einer Familie nicht zum Dauerbrenner werden sollte. Wenn die Eltern-Kind-Beziehung dauerhaft belastet wird, dann sollte man die Probleme mit Hilfe Außenstehender lösen- etwa können ältere SchülerInnen oder NachhilfelehrerInnen bei der Erledigung der Hausaufgaben helfen und die Ergebnisse kontrollieren.

Wenn zuhause über die Schule gesprochen wird, sollten nicht nur Noten oder Klassenarbeiten thematisiert werden; Lerninhalte wie Lernmethoden können für Gesprächsstoff sorgen und Schüler wie Eltern gemeinsam interessieren.

Siehe dazu auch die Untersuchung "Das Hausaufgabenverhalten und die Hausaufgabenmotivation von Schülern – und was ihre Eltern darüber wissen"

Hausaufgabengruppe organisieren - MitschülerInnen als bessere LehrerInnen

Je nach dem Alter der Kinder kann es auch nützlich sein, die Kinder bzw. Jugendlichen zu einer Hausaufgabengruppe zu ermutigen. Häufig besteht das Lernproblem nämlich darin, dass Schüler im Unterricht nicht "mitkommen", d.h., sie verstehen nicht, was der Lehrer "von ihnen will". Sie verstehen z.B. einen an die Tafel geschriebenen Lösungsweg in Mathematik nicht, und haben Probleme, nachzufragen, aus welchem Grunde auch immer, oder ihre Frage dazu wird vom Lehrer nicht verstanden oder ungeduldig zurückgewiesen. Manchmal wissen sie nicht, wie sie überhaupt fragen sollen, denn sie verstehen auch ihr Verständnisproblem nicht. Hier half schon immer die gute Praxis, sich an seine Mitschüler zu wenden, was leider meist im Unterricht verboten ist. Warum eigentlich? Es könnte so viel helfen! Mitschüler verstehen die Verständnisprobleme ihrer KollegInnen nämlich besser als LehrerInnen, die schon alle Verständnisprobleme weit hinter sich gelassen haben, und SchülerInnen können häufig auch verständlicher erklären.

Für solche eine Gruppe ist es wichtig, dass die Lernenden möglichst keine zu großen Leistungsunterschiede aufweisen. Gemeinsames Lernen kann sicherlich Spaß machen, allerdings sollten die eltern noch ab und zu überprüfen, ob die SchülerInnen tatsächlich arbeiten und sich konzentrieren. Ein gewisses Ausmaß an Hausaufgabenfernem sollte natürlich immer drin sein. Auch sollte eine solche Gruppe nicht mehr als eine Stunde täglich für die Aufgaben benötigen. Falls sich die Gruppe bewährt und gut miteinander kann, ist es vielleicht auch möglich, dass die Kinder an anderen Tagen von einer anderen Familie beaufsichtigt werden.

Einige Grundlagen und Voraussetzungen zum Lernen in Gruppen findet sich in den Arbeitsblättern: Lernen in Gruppe.


 

Was kann man tun, wenn ein Kind über Hausaufgaben klagt?

Manche Hausaufgaben können tatsächäich auch langweilig und eintönig sein, besonders dann, wenn die allgemeine Tagesstimmung einmal nicht so gut ist. Fast alle Kinder durchleben Phasen, in denen sie keine wirkliche Lust auf Hausaufgaben haben. Eltern sollten daher zunächst einmal verständnisvoll reagieren, wenn ein Kind über seine Hausaufgaben klagt. Sie sollten dem Kind sagen, dass jeder Mensch - auch die Eltern selber - ab und zu lustlos ist und dass es ganz besonders lobenswert ist, eine solche Phase zu überwinden und trotzdem weiter zu arbeiten. Eltern sollten das an einem Beispiel aus dem eigenen Alltag illustrieren. Kinder lieben Rituale, d.h., eine fixe Uhrzeit, ein bestimmter Arbeitsplatz, Tee und Kekse zur Belohnung oder eine Duftkerze können dem Kind Ruhe und Sicherheit vermitteln und den Arbeitsstart erleichtern. Auch eine leichte Entspannungsübung, zum Beispiel die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen macht locker und baut Stress ab. Eltern sollten ihr Kind nicht alleine lassen und während der Hausaufgaben in der Nähe bleiben. Aufmunternde Worte, ein lobender Blick über die Schulter und viel Anerkennung für das Durchhaltevermögen wirken leistungsfördernd. Wenn ein Kind regelmäßig mit den Hausaufgaben kämpft, liegen die Ursachen oft tiefer. Wenn ein Kind seine Hausaufgaben nur unter Druck macht, nachmittags gereizt ist und ein wachsendes Vermeidungsverhalten zeigt, ist ein Gespräch mit den betreffenden LehrerInnen notwendig.

Auch die LehrerInnen kontrollieren!

Eine Untersuchung (TU Dresden) kam zu dem Ergebnis, dass Hausaufgaben keinen nachweisbaren Einfluss auf die Schulnoten haben. Eine Umfrage unter Lehrern ergab die Einschätzung, dass bei drei Vierteln der Schüler Hausaufgaben keinen Sinn haben, denn gute Schüler werden durch Hausaufgaben nicht noch besser, und schlechte Schüler hingegen werden den Unterrichtsstoff, den sie in der Schule schon nicht verstanden haben, auch zu Hause nicht verstehen. Man sollte daher bessere Strategien zum Wissenserwerb im Unterricht zu vermitteln, etwa pädagogisch begleitete Übungs- und Förderangebote im Rahmen der Ganztagsschule. Bei diesem Ergebnis handelt es sich lediglich um eine "Einschätzung" von LehrerInnen und SchülerInnen, nicht um mit Erfolgskontrollen belegte Fakten.

Jeder Lehrer weiß aber sehr gut aus seiner beruflichen Praxis, dass richtig gestellte Hausaufgaben bei SchülerInnen durchaus positive Wirkungen erzielen, denn durch Wiederholen wird das Gelernte gefestigt, eine persönliche Beschäftigung mit einem Stoff führt zu einer vertieften Aneignung, wobei im Eigenstudium imer dazugelernt wird. Jedoch muss man das Eigenstudium lernen, um sich später an der Universität oder im Beruf in einem bestimmten Gebiet sachkundig machen zu können. Einen Lehrstoff in Ruhe und im eigenen Tempo noch einmal nachzuvollziehen, zu vertiefen oder seine Anwendung zu erproben, ist daher allemal eine wichtige Ergänzung zum Unterricht. Voraussetzung ist jedoch, dass Hausaufgaben vom Lehrer durchdacht gestellt werden. Das sollten Eltern von Zeit zu Zeit überprüfen und den LehrerInnen ein eindeutiges Feedback geben, was auf Elternabenden oder im direkten Gespräch mit dem Lehrer möglich sein muss.
Eltern sollten daher auch die LehrerInnen kontrollieren, in dem sie über einen bestimmten Zeitraum darüber Aufzeichnungen führen, welche Aufgaben aufgegeben wurden.

Zu diesem Thema siehe den Tipp Probleme mit dem Lehrer?
Siehe auch die Untersuchung Familiäre Bedingungen von Schülerleistungen

Literaturtipps:

Quellen:

http://gerlindehaslinger.typepad.com/gerlindes_lernstudio/2006/05/soll_ich_meinem.html#more (06-12-12)
http://www.nachhilfe.de/immer_hausaufgaben.html (06-12-12)
http://www.wdr.de/radio/schulportal2007/ratgeber/archiv/hausaufgaben_tipps/ (08-01-011)
http://www.kinder.de/Hausaufgaben_und_Schularbeiten.1604.0.html (08-04-04)
http://www.sailer-verlag.de/newsletterartikel/der-tagliche-kampf-mit-den-hausaufgaben.html (08-10-23)
http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/verflixte_hausaufgaben_1.820032.html (08-09-06)
http://lisarosa.twoday.net/topics/Lernen/ (09-03-15)
http://danis-allerlei.blogspot.com/2010/02/ruhige-zeiten.html (10-02-25)
Wagner, P., Spiel, C. & Tranker, M. (2003). Wer nimmt Nachhilfe in Anspruch? Eine Analyse in Hauptschule und Gymnasium. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 17, 233-243.

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