Der erste Schultag - Taferlklasse

Der erste Schultag ist ein großer Einschnitt für Kinder und Eltern, wobei es aus Sicht der Wissenschaft einige Faustregeln gibt, damit dieser neue Lebensabschnitt gelingt. Die Dauer der Abwesenheit von zu Hause und die Trennung von den Eltern ist heute nicht mehr das Problem, denn die meisten Kinder haben einen Kindergarten besucht und kennen diese Situation. Dennoch ist die Einschulung für ein Riesenschritt, dämm das fremde, große Gebäude, die Ungewissheit, ob man mit bekannten Kindern in die Klasse kommt und wie die neuen Mitschüler so sind, führt oft zu einer großen Verunsicherung. Wichtig ist, das Kind vor allem am Anfang emotional zu unterstützen, ihm deutlich zu machen, was für ein wichtiger Schritt das ist. Das Kind zur Schule zu begleiten und es auch wieder abzuholen, das ist am ersten Tag wichtig. Die meisten Kinder gehen gern zur Schule und sind bis zur dritten Klasse hochmotiviert, denn das Lernen ist in dieser Zeit eine große Freude und die Kinder empfinden es mehrheitlich als etwas Besonderes, in die Schule zu gehen. Sollte ein Kind dennoch Schwierigkeiten haben, sich an das Schülerdasein zu gewöhnen und sehnt sich nach dem Spielerischen der Kindergartenzeit zurück, sollten die Eltern ihm deutlich machen, dass das nun einmal sein muss und wichtig für das Lernen ist. Nur in seltemen Fällen ist ein Kind noch nicht schulreif und sollte ein Jahr zurückgestuft werden. Im Allgemeinen sind die Einschulungstests aber sehr zutreffend. Gerade bei Kindern, die sich zu Beginn schwertun, ist es wichtig, dass am Nachmittag eine Bezugsperson zur Verfügung steht, damit sich das Kind nicht alleingelassen fühlt. Wenn möglich, sollte man auch die Hortbetreuung erst später beginnen lassen, denn zu viel Neues ist für den Anfang nicht günstig. Von zentraler Bedeutung für den Schulerfolg ist auch die gute Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern, d. h., mit Kritik an der Lehrerin oder dem Lehrer sollten sich Mütter und Väter gegenüber dem Kind sehr zurückhalten. Zwar sind nicht alle Lehrer gleich gut, aber die Eltern sollten das unter sich besprechen und Probleme sachlich mit dem Lehrer selbst klären. Man tuet seinen Kindern keinen Gefallen, wenn man vor ihnen abschätzig über die Klassenlehrerin oder den Klassenlehrer spricht, denn das ändert nichts an den Umständen, doch das Vertrauen des Kindes wird erschüttert. Man muss nämlich berücksichtigen, dass Kinder bis weit in die Grundschule hinein sehr personenbezogen lernen, sodass elterliche Kritik am Lehrer kontraproduktiv ist.

Eltern sollten sich beim Thema Hausaufgaben zurückhalten, denn wissenschaftliche Studien zeigen, dass es nicht gut ist, wenn Eltern sich zu sehr an den Hausaufgaben beteiligen. Wenn stets ein Erwachsener dabeisitzt, wenn ein Kind seine Aufgaben erledigt, verhindert dies, dass das Kind selbständig zu arbeiten lernt. Man sollte das Kind daher allein arbeiten lassen und in der Nähe sein für den Fall, dass es Fragen hat. Am Ende des Tages ist eine Kontrolle zu empfehlen, bis die Eltern sicher sein können, dass das Kind zuverlässig arbeitet. Damit zeigen die Eltern dem Kind auch, dass sie es wertschätzen und an seinem Leben Anteil nehmen. Für die spätere Schullaufbahn ist es jedoch wichtig, dass das Kind selbständig arbeite, denn in der weiterführenden Schule haben sich die Inhalte zum Teil so sehr gewandelt, dass Eltern nur mehr wenig Einblick haben. Auch wenn es manchen schwerfällt ist Loslassen das Stichwort, über dessen Bedeutung sich Eltern im Klaren sein müssen, denn das ist wichtig für den ganzen Lebensweg des Kindes. Eltern können nicht verhindern, dass die Kinder groß werden.

Quelle: Ein großer Einschnitt: Uni-Psychologe Gerhard Büttner über den gelungenen Schulstart. Pressemitteilung der Universität Frankfurt vom 9. September 2014


Extratipp: SMARTer Schulanfang


Michael Merl empfiehlt in den OÖN zum Schulstart feste Regeln und gute Vorbereitung, denn es ist seiner Meinung nach sinnvoll, wenn Eltern ihr Kind positiv auf die Schule einstimmen.

In der Regel überwiegen bei den meisten Kindern ohnehin Neugier und Freude, endlich Dinge wie Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen, denn beinahe jedes Kind sieht dem Start ins Schulleben mit Stolz entgegen. Eltern sollten daher die Schule stets als einen Ort beschreiben, an dem viele, neue Erfahrungen gemacht und neue Freundschaften geknüpft werden.

Vor allem sollten Eltern gemeinsam mit dem Kind die ersten Vorbereitungen treffen wie das Besorgen der Schulsachen der Gestaltung des künftigen Arbeitsplatzes des Kindes. Man sollte das Kind überall mitreden lassen, doch etwa beim Schreibtisch deutlich machen, dass ein gewisses Maß an Ordnung und Übersichtlichkeit für ein effektives Arbeiten notwendig ist.

In den ersten Schulwochen sollten die Eltern in dieser Zeit ein Fels in der Brandung sein und bei Schwierigkeiten Geduld und Zuversicht vermitteln. Auch sollten Eltern Interesse zeigen und als Gesprächspartner bereitstehen, aber dem Kind den Raum lassen, selbst zu entscheiden, ob und was es erzählen will. Neben einem hohen Maß an Einfühlungsvermögen ist es aber auch wichtig, dem Kind sinnvolle Regeln und wiederkehrende Abläufe wie etwa bestimmte Schlafens- und Lernzeiten vorzugeben. Spätestens jetzt, zum Schuleintritt, werden die Kinder mit der Tatsache konfrontiert, dass es Tätigkeiten gibt, die nicht so viel Spaß machen und dennoch erledigt werden müssen.

Regeln und eine gute Vorbereitung schaffen dabei die Rahmenbedingungen, die den Kindern Sicherheit und Orientierung im neuen Lebensabschnitt geben. Merk gibt konkrete Hinweise, wie Eltern ihren Kindern den Einstieg ins Schulleben erleichtern können:

Quelle: OÖN vom 2. September 2014

Siehe dazu auch Wie kann man sich auf das kommende Schuljahr vorbereiten? und Wie starte ich ins neue Schuljahr?


Weitere Lerntipps

Schulbeginn, Schultraining? :: Regelmäßiges Üben :: 12 Gebote des Lernerfolgs :: Probleme mit dem Lehrer? :: Was Schulen erwarten :: Effektiv denken & lernen :: Hochbegabung erkennen :: Hyperaktivität erkennen :: 10 Lernprinzipien :: Wie Kinder richtig loben? :: Englischlernen fördern :: Nachhilfe - Ja oder Nein? :: Nachhilfe-Checklisten :: Nachprüfung, :: Wiederholungsprüfung :: Wundermethoden :: Konzentrationsprobleme :: Mein Kind wird gemobbt! :: Pubertätsprobleme :: Das "Kleine Einmaleins" :: Bei Hausaufgaben helfen? :: Sonstiges: Lernen nach Klippert :: Was ist Erziehung? :: Mehr Lerntipps :: Elternforum :: Links zum Lernen lernen ::

In den Lerntipps suchen ...


: : : >> Zurück zur vorigen Seite << : : :

Diese Seite ist Bestandteil von www.lerntipp.at | Impressum