Schulbeginn

Voll gespannter Erwartung gehen manche SchulanfängerInnen durch das Tor ihrer neuen Schule, allerdings stehen viele, die wissen, was sie in den kommenden Wochen und Monaten erwartet, dem Schulbeginn mit eher gemischten Gefühlen gegenüber. Fünf- bis Sechsjährige sind in der Regel noch sehr neugierig, lernbereit und stolz darauf, endlich in die Schule gehen zu dürfen. Jugendliche verdrängen gerne alles Unangenehme, d.h., die Schule wird daher auf Montag weggeschoben.

Oft spiegeln die Kinder laut Experten lediglich die ihnen vorgelebten Gefühle wider, daher sollten Eltern eine positive Einstellung zum Schulbeginn haben - sie sollten nie vom Ernst des Lebens sprechen! - und vor allem den Erstklassler auf dieses einschneidende Ereignis in Ruhe vorbereiten, etwa durch das gemeinsame Aussuchen der Schulsachen in einer freudvollen Erwartungshaltung.

Wenn sich ältere Kinder auf den ersten Schultag freuen, dann freuen sich diese eher auf das Wiedersehen mit ihren SchulkollegInnen oder auf den nach den Ferien wieder einkehrenden geregelten Tagesablauf. Falls die SchülerInnen aber schon schlechte Erfahrungen mit dem Lernen oder LehrerInnen gemacht haben, dann mischt sich in die Erwartung auf das neue Schuljahr auch die Angst, wobei die ganze Palette psychosomatischer Beschwerden zum Tragen kommen kann. Schwierigkeiten mit dem Einschlafen oder Kopfweh sind ein Zeichen dafür, dass Angst im Spiel ist, aber oft fühlen sich die Kinder einfach nur krank, die Kleineren können sogar erneut einnässen. Extrem auffälliges angstvolles Verhalten deutet bei 15- bis 16-Jährigen darauf hin, dass sie vielleicht nicht im richtigen Schultyp sitzen. Bei älteren Kindern oder Jugendlichen ist die Schulangst in machen Fällen eine schwerwiegendere Krankheit, die oft einer Behandlung bedarf. Eltern sollten in einem solchen Fall nicht zögern, professionelle Hilfe bei (Schul)Psychologen zu suchen. Aufgeregte Anspannung mischt sich bei Schülern mit Nachprüfungen in die Gefühlspalette.

Angst bei Schulbeginn - Furcht vor der Schule

Schule beeinflusst die psychische Gesundheit von Kindern stärker und nachhaltiger als bisher angenommen, wobei viele Kinder schon mit einem Gefühl der Angst ins neue Schuljahr gehen, wobei einige das Lernen und den damit oft verbundenen Lernstress fürchten, andere mehr ihre Klassenkameraden, denn die Furcht vor Mobbing hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, wobei immer mehr Kinder Angst davor haben, von ihren MitschülerInnen ausgegrenzt zu werden Während früher in den Schulzeiten der Eltern solche Sticheleien ebenfalls häufig zu beobachten waren, waren sie doch eher auf einen kleinen, engen Raum der realen sozialen Kontakte begrenzt, doch heute finden Verletzungen auch im den Social Media des Internet statt. Ohne Wissen des Opfers angefertigte Filme, bösartige Gästebuch-Eintragungen gehören heute zur Mobbing-Palette, wobei sowohl die Opfer sowohl gute als auch schlechte SchülerInnen sein können. Es bleibt auch keine Schulform verschont und Eltern nur selten klar, was sich zwischen den Kindern abspielt, sodass sie vor allem zu Beginn eines Schuljahres genau hinschauen sollten, wenn sich das Verhalten des Kindes im deutlich verändert.

Doch nicht nur Mobbing ist ein wesentliche Furchtfaktor, sondern auch die Erinnerungen an die Unterrichtsqualität und die Lernbedingungen im letzten Schuljahr, die Erinnerung an vergangene Misserfolge und Überforderung können dazu führen, dass SchülerInnen ein verzerrtes Selbstbild aufbaut und seine schulischen und sozialen Kompetenzen anzweifelt. Häufig zeigen sich emotionale Auffälligkeiten erstmals im Alter zwischen 11 und 18 Jahren, denn in dieser Zeit entwickeln Kinder und Jugendliche ihre Identität und bauen ihr Selbstbild auf, wobei in dieser Altersphase ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen besteht, die bis ins Erwachsenenalter nachwirken. Fragen Sie einmal Freunde nach den Erinnerungen an die Schulzeit …

Allerdings ist nicht jede Aufregung und Anspannung zu Schulbeginn als negativ zu bewerten, denn ein gewisses Ausmaß an Spannung ist bei neuen Situationen wie etwa einem Schul- oder Lehrerwechsel normal und müssten im Sinne von Lebensvorbereitung auch von den Kindern bewältigt werden können. Allerdings gibt es SchülerInnen, die ungesunde Angst zeigen, etwa weil sie im vergangenen Schuljahr unter starkem Leistungsdruck gestanden und Stress erlebt hatten. Der Erwartungsdruck, einen hohen Schulabschluss zu machen, ist größer geworden, daher ist es ganz wichtig auf Warnsignale zu achten, die auf Überforderung schließen lassen. Solche Signale sind etwa aggressives Verhalten, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen, wobei nicht nur Über- sondern auch Unterforderung einei Ursache sein kann. Zwar sollten Eltern den Kindern deutlich machen, dass Schule wichtig ist, ihnen aber auch vermitteln, dass Schule nur ein Teil des Lebens ist.

Lernen und Beziehung

Eltern sollten mit den LehrerInnen ihrer Kinder in gutem Kontakt stehen und sich mit diesen regelmäßig austauschen. Aber nicht nur die Beziehunge Eltern-LehrerInnen ist wichtig: Auch Lernen selber hat sehr viel mit der Beziehung in der Lernsituation zu tun. Hat ein Kind eine schlechte Beziehung zu der unterrichtenden Person, wird es diese nicht annehmen und daher auch den durch die abgelehnte Person vermittelten Stoff nicht aufnehmen, da es sich in einer Art Stresssituation befindet. Stress aber widerspricht grundsätzlich einem für das Lernen notwendigen Zustand der Offenheit, der Neugierde, des Aufnehmens – letztlich also des eigentlichen Lernens. Kurz: Wenn ein Kind unter Stress steht, kann es nicht lernen. Die Bedeutung der Lernbeziehung wird in der Diskussion um Lernmotivation oft viel zu wenig beachtet, aber erfahrene LehrerInnen wissen das und kümmern sich um jede/n Schüler/in als Gesamtperson und holen dadurch lerntechnisch das Beste aus ihm/ihr heraus.

Tipp: Es gibt im Forum die Möglichkeit, dieses Thema zu diskutieren: Schulanfang

Übrigens: Wenn es darum geht, dass ein Schulrucksack ausgewählt wird, haben Kinder heutzutage ein ordentliches Wörtchen mitzureden. Mädchen entscheiden sich häufig für ein Design, das mit Prinzessinnen, Feen oder Pferden zu tun hat, Jungs stehen eher auf Pokemons, Batman oder Autos. Wichtig ist, dass der Schulrucksack rechtzeitig vor Schulbeginn gekauft wird; zu diesem Zeitpunkt hat man auch noch die beste Auswahl. Insbesondere zu achten ist auf eine ergonomische Anpassung an den Rücken und auf reflektierendes Material.

Eltern können ihren Kindern auch helfen, in dem sie mit ihnen das richtige Verhalten in der Schule üben:

Trainieren für die Schule

Manche Kinder melden sich im Unterricht nicht, weil sie Angst haben, vor anderen zu sprechen, weil es ihnen peinlich ist, etwas Falsches zu sagen. Schüchterne, stille und zurückhaltende SchülerInnen haben einen im auf sichtbare Leistung hin orientierten Schulsystem oft einen Nachteil gegenüber anderen, weil die mündliche Mitarbeit bei der Notengebung von vielen LehrerInnen stark berücksichtigt wird. Eltern können ihre Kinder nicht in den Unterricht begleiten, aber sie können ihnen Tipps geben und mit ihnen üben, erfolgreiches Verhalten für den Unterricht zu erlernen.

Zunächst ist es für ein Kind wichtig, immer den Blickkontakt zu den LehrerInnen und zu seinen MitschülerInnen zu halten. Der Blickkontakt hält die Klasse bei der Stange, er macht - wie erfahrene RednerInnen berichten - sympathisch und vermittelt auch den Eindruck von Kompetenz. Dieses direkte Redeverhalten kann man auch zu Hause gut üben. Beim gemeinsamen Mittagessen oder bei anderen Gelegenheiten im Kreis der Familie bieten sich immer wieder Möglichkeiten, diese Blickkontakt-Regel zu trainieren. Dabei sollte man auch mit Lob nicht sparen.

Einer lauten, kräftigen und fröhlichen Stimme hört jeder gerne zu, denn sie weckt Interesse und reißt auch die oft gelangweilten MitschülerInnen aus ihrer Lethargie. Man kann als Eltern seinem Kind helfen, seine Stimme zu trainieren, indem man darauf achtet, dass es nicht zu leise spricht und auch keine Wortsilben verschluckt. Je öfter ein Kind dies daheim - also in einem Schonraum! - übt, desto leichter wird es ihm auch in der Schule fallen, laut, langsam und deutlich zu sprechen. Gut eignet sich dazu das Vorlesen eines Theaterstücks mit verteilten Rollen, wobei man das Kind motivieren sollte, die jeweiligen Gefühlslagen der zu verkörpernden Personmit mit seiner Stimme auszudrücken. Bei Wut sollte es ruhig laut schreien, bei Freude intensiv lachen und bei Trauer leise und langsam sprechen.

Viele Kinder - und auch Erwachsene - haben auch Angst davor, unerwartet angesprochen bzw. aufgerufen zu werden. Vor Schreck fällt ihnen meist keine Antwort ein und sie werden rot und bgeinnen zu stottern. Eine Art Blackout verhindert eine angemessene Antwort, wobei in der Schule oft Schweigen das Schlechteste ist, was man in diesem Fall tun kann, denn das wird oft mit Nichtwissen gleichgesetzt. Besser ist es, die Frage des Lehrers zu wiederholen oder den Lehrer zu bitten, seine Frage erneut zu stellen. Auch solche Situationen kann man üben, denn je öfter ein Kind übt, auf unerwartete Fragen zu antworten, desto leichter wird ihm dies auch im Unterricht fallen. Solche häuslichen Überaschungsübungen sollten lustig sind und Spaß machen.

Generell aber gilt:

Je älter ein Kind ist, desto weniger sollten sich Eltern in den Job ihrer Kinder einmischen. Sie sollten früh beginnen, sich zurückzuziehen und dafür sorgen, dass die Interaktion mit dem Kind nicht auf die Rolle als Schüler beschränkt wird.

 

Siehe auch die Lerntipps für Schularbeiten

Checkliste zum Übertritt in eine Höhere Schule

Der Wechsel von der Volksschule in eine höhere Schule ist für die meisten Kinder mit massiven Veränderungen und vielen neuen Anforderungen verbunden. Vor allem das Arbeitsverhalten des Kindes wird auf die Probe gestellt.

  • Sind die Schulhefte des Kindes ordentlich und lesbar?
  • Kann das Kind die Vorbereitungen auf den Unterricht oder auf Klassenarbeiten über eine Woche planen?
  • Kann das Kind ein Wörterbuch oder einen Duden benutzen?
  • Redet das Kind zu Hause über eventuelle Schwierigkeiten in der Schule?
  • Erscheint das Kind pünktlich im Unterricht, sowohl morgens als auch nach den Pausen?
  • Beteiligt sich das Kind am Unterrichtsgeschehen, meldet es sich?
  • Weiß das Kind in der Regel, welche Hausaufgaben es aufhat?
  • Kann das Kind seine Hausaufgaben meistens selbstständig erledigen?
  • Ist das Kind in der Lage, seinen Schultasche selbstständig für den nächsten Tag vorzubereiten?
  • Kann das Kind selbstständig arbeiten und zu neuen Projekten eigene Ideen beisteuern?
  • Ist das Kind in der Klasse sozial eingebunden und anerkannt?
  • Respektiert das Kind die Anweisungen des Lehrers/der Lehrerin?
  • Ist das Kind in der Lage, sich über versäumten Schulstoff zu informieren?
  • Hat das Kind Zutrauen in seine Fähigkeiten?
  • Kann das Kind Aufgaben zielgerichtet bearbeiten?
  • Kann das Kind Fehler als Teil des Lernprozesses akzeptieren und nutzen?

Beim Übertritt in eine höhere Schule werden vor allem Umstellungen im gewohnten Lernablauf notwendig sein, wobei neue Lerntechniken und Verhaltensweisen wichtig werden, die es den Kindern ermöglichen, mit dem umfangreichen Lehrstoff der weiterführenden Schulen effektiv und erfolgreich umzugehen. Es empfehlen sich praktischen Übungen zu folgende Aspekten des Lernens:

  • Welche Lernumgebung ist nötig, damit ich gut lernen kann?
  • Wie und wo erhalte ich relevante Informationen? Wie kann ich sinnvoll recherchieren?
  • Welche Lesetechniken erleichtern es mir, mir nachhaltig Informationen aus Texten zu erarbeiten?
  • Wie kann ich Vokabeln rationell und systematisch lernen?
  • Wie schreibe ich im Unterricht effektiv mit?
  • Wie kann ich mir Zahlen, Fakten und Argumentationsketten besser merken?
  • Wie bereite ich mich sinnvoll auf eine Schularbeit vor?
  • Wie teile ich mir die Lernzeit zweckmäßig ein, welche Entspannungsmethoden könnte ich anwenden?
  • Was kann ich aus Leistungsrückmeldungen lernen?
  • Was sind realistische Lernziele?


 

Vorschulischer Unterricht - Sollen Eltern das frühzeitige Lernen fördern?

Immer wieder sind Lehrer mit Sechsjährigen konfrontiert, die bereits zu Schulbeginn schreiben und/oder lesen beziehungsweise rechnen können. Manchen haben ehrgeizige Eltern diese Fähigkeiten antrainiert, andere zeigen von sich aus Interesse an Buchstaben oder Zahlen, bitten die Eltern um Hilfe beim Erlernen oder bringen sich diese Fertigkeiten selbst bei. Schulexperten halten jedoch sehr wenig von vorschulischem Unterricht durch Mutter oder Vater. Diese Eltern sind dann frustriert, wenn das Kind die Erwartungen nicht erfüllt, und können die fast bei jedem Kind vorhandene Bildungsmotivation schon vor dem Schuleintritt zerstören. Es kann als Regel gelten, dass wenn ein Kind vor Schuleintritt nicht von sich selbst aus das Bedürfnis zeige, lesen, schreiben oder rechnen zu lernen, sollten es die Eltern auch dabei belassen. Freude am Lernen ist hier ein wichtiger Indikator und Eltern sollten Fragen der Kinder stets beantworten. Jene Kindern mit häuslichem Unterricht verlieren spätestens zu Weihnachten ihren Vorsprung. Hochbegabte Kinder gelten hier als die einzige Ausnahme, aber Kinder, die zu Schuleintritt Schreiben und Rechnen bereits so gut beherrschen, dass sie die erste Schulklasse überspringen könnten, kommen höchst selten vor. Das Fremdsprachen-Lernen wird von manchen Eltern schon im Kindergartenalter gefördert, wobei Experten jedoch skeptisch bleiben, da bei wenig sprachbegabten Kindern die Gefahr besteht, dass der Erwerb der Muttersprache gestört wird. Da im Alter von eineinhalb oder zwei Jahren schwer festzustellen ist, ob ein Kind sprachbegabt ist oder nicht, empfehlen sich Kindersprachkurse frühestens ab vier Jahren. Auch im Kindergartenalter muss das spielerische Lernen im Vordergrund stehen.

Kompaktwissen für Eltern von Schulkindern

Literatur & Quellen:

http://www.elternwissen.com/ (08-08-11) ( E-Mail Newsletter 04.12.08)
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/Schulangst.shtml (06-06-08)
http://www.wienerzeitung.at vom Freitag, 29. August 2008 (08-09-09)
http://diepresse.com/home/bildung/schule/420098/index.do?_vl_backlink=/home/index.do (08-10-06)
http://www.offenbach.de/offenbach/themen/rathaus/aktuelles-und-medien/news/p4vhskoepfchen0303.html (10-02-18)
http://www.focus.de/schule/schule/psychologie/psychoterror/
psychologie-angst-vor-dem-neuen-schuljahr_aid_541034.html (10-08-14)
http://www.focus.de/schule/schule/psychologie/
psychologie-wenn-schule-die-seele-krank-macht_aid_316764.htm (10-08-14)

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