Antworten auf die Frage, was Lernen erfolgreich macht, versuchen zahlreiche Lerntheorien zu geben. Nach Ansicht von Carl Ransom Rogers ist es dem Menschen, wie anderen lebenden Organismen, angeboren, sich selbst zu erhalten und weiterzuentwickeln, und das treibt ihn wiederum dazu an, zeitlebens zu lernen und dadurch Reife zu erlangen. Jeder Mensch ist aber auch fähig, sich selbst zu verstehen und sich konstruktiv zu verändern.
Diese zehn Prinzipien umfassen sowohl Voraussetzungen als auch Bedingungen erfolgreichen Lernens, wobei diese im Einzelfall auf ihre Bedeutung hin geprüft werden müssen.
| 1. Menschliche Wesen haben die natürliche Gabe zu Lernen. |
| 2. Signifikant findet Lernen vor allem dann statt, wenn der Lerninhalt vom Schüler für die eigenen Absichten als wichtig eingestuft wird. Wenn das Individuum ein Ziel vor Augen hat und das gebotene Material für sich selbst als relevant zum Erreichen des Ziels einordnet, geht der Lernprozess äußerst schnell vonstatten. |
| 3. Lernprozesse, die in der eigenen Wahrnehmung eine Veränderung des eigenen Selbst beinhalten, werden als bedrohlich eingestuft und häufig abgewehrt. |
| 4. Jene Lernerfahrungen, welche für das Selbst(-bild) bedrohlich wirken, werden dann leichter wahrgenommen, angenommen und verarbeitet, wenn es kaum äußere Bedrohungen gibt. |
| 5. Wenn es wenig Gefahren für das eigene Selbst gibt, können Erfahrungen in unterschiedlichen Facetten wahrgenommen werden und der Lernprozess kann voranschreiten. |
| 6. Sehr verankert sind Lernerfahrungen, wenn sie durch Handlungen angeeignet wurden. |
| 7. Gefördert und erleichtert wird ein Lernprozess dann, wenn ein Schüler (selbst-) verantwortlich daran teilnimmt. |
| 8. Selbst gewähltes Lernen, das die Person als Ganzes erfordert, also sowohl Emotionen als auch Intellekt, erzeugt die durchdringendsten und nachhaltigsten Lernerfahrungen. |
| 9. Unabhängigkeit, Kreativität, und Selbstvertrauen werden dann erleichtert und gefördert, wenn Selbstkritik und Selbsteinschätzung von entscheidender und die Beurteilung durch andere von zweitrangiger Bedeutung sind. |
| 10. Den größten sozialen Nutzen in der modernen Welt erbringt das Erlernen von Lernprozessen als solche, eine anhaltende Offenheit Veränderungen zu erfahren und in das eigene Selbstbild zu integrieren. |
Übersetzung: Susanna Scherer
[Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=uYoyKUgkCPI]
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